Nürnberg (epd). Die Allianz für den freien Sonntag Nürnberg lobt einen aktuellen Beschluss des Nürnberger Stadtrats. Wie die Allianz am Freitag mitteilte, soll es künftig nur zwei verkaufsoffene Sonntage und zwei lange Einkaufsnächte geben. Keine der langen Einkaufsnächte fällt in die Adventszeit. Advent sei eine Zeit der Besinnung und Vorbereitung auf Weihnachten, sagte Britta Müller, evangelische Dekanin in Nürnberg. "Dass die Stadt Nürnberg dieser besonderen Zeit Rechnung trägt, ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Menschen, die in dieser Stadt leben und arbeiten." Viele Beschäftigte im Einzelhandel arbeiteten ohnehin an der Belastungsgrenze, fügte Martin Plentinger von der katholischen Betriebsseelsorge hinzu.

Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage bleibt laut Beschluss des Stadtrats vom Mittwoch im Jahr 2026 bei zwei Terminen. Diese sind auf die Nürnberger Innenstadt beschränkt und finden am 22. März zum Ostermarkt und am 27. September anlässlich des Herbstmarkts und des Altstadtfests statt. 2025 werden eine und 2026 zwei Einkaufsnächte umgesetzt. So können Händler in diesem Jahr im gesamten Stadtgebiet am Eröffnungstag des Christkindlesmarkts (28. November) bis 22 Uhr öffnen. Der Termin liegt noch vor dem ersten Advent. Im Jahr 2026 kommt zu diesem Termin der 24. Oktober hinzu.

Darüber hinaus können Händler künftig bis zu vier individuelle Einkaufsnächte pro Jahr durchführen. Diese ermöglichen längere Öffnungszeiten und besondere Aktionen. Dies sieht die Allianz für den freien Sonntag kritisch. Es drohe "ein Flickenteppich unterschiedlich langer Öffnungszeiten, der das Ziel einer klaren und fairen Regelung untergräbt". Profitieren würden vor allem große Ketten, die über ausreichend Personal verfügen - zulasten der kleineren Betriebe und der Beschäftigten.

Insgesamt fordert die Allianz von der bayerischen Staatsregierung, "das neue bayerische Ladenschlussgesetz wieder zu beerdigen und somit diese zusätzliche Belastung für die Beschäftigten im Einzelhandel zurückzunehmen". Zur Allianz für den freien Sonntag Nürnberg gehören neben christlichen Institutionen auch der DGB und ver.di in der Region.