München (epd). Die mehr als 500 sozial orientierten bayerischen Wohnungsunternehmen werden kommendes nur rund 3.350 neue bezahlbare Wohnungen errichten. Nur etwa ein Drittel der Unternehmen werde überhaupt Neubauprojekte in 2026 fertigstellen, teilte der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) am Sonntag mit. "Angesichts der Nachfrage müsste der Neubau bezahlbarer Wohnungen auf Hochtouren laufen", sagte VdW-Verbandsdirektor Hans Maier. Unter den aktuellen Bedingungen sei dies aber nicht möglich.
Hintergrund für die schlechte Geschäftslage bei den sozial orientierten bayerischen Wohnungsunternehmen sei vor allem die Unsicherheit bei der Bauförderung. Für etwa 2.700 der geplanten 3.350 Wohnungen wollen die VdW-Mitglieder auf staatliche Förderungen zurückgreifen. Doch aufgrund der überzeichneten - also nicht ausreichend verfügbaren - Summen, die zur Förderung zur Verfügung stehen, sei bei 2.300 Wohnungen nicht sicher, ob für die Projekte kommendes Jahr auch Fördergelder zur Verfügung stehen, kritisierte der VdW.
VdW: Zu wenig und zu unsichere Förderung
Insgesamt stehe damit hinter insgesamt rund 480 Millionen Euro an eigentlich zugesagten Fördermitteln ein Fragezeichen. Würden diese nicht sicher genehmigt und ausgezahlt, blieben die geplanten Wohnungen auf der Strecke, hieß es. Die Unsicherheit bei der Förderung schlage sich auch auf die Investitionsplanung nieder: 31 Prozent der VdW-Unternehmen planten 2026 weniger Investitionen in Neubauten. 75 Prozent der Unternehmen beklagen eine unzuverlässige Förderung, 56 Prozent nicht ausreichende Konditionen bei der Förderung.
Im VdW Bayern sind 506 sozial orientierte bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, darunter 352 Wohnungsgenossenschaften und 113 kommunale Wohnungsunternehmen. Die VdW-Mitglieder verwalten rund 540.000 Wohnungen, in denen ein Fünftel aller bayerischen Mieter wohnen.