München (epd). Frauen mit Behinderung und Frauen in stationärer, ambulanter und häuslicher Pflege müssen nach Ansicht des VdK Bayern besser vor Gewalt geschützt werden. Obwohl sie besonders gefährdet seien, würden sie häufig nicht ausreichend in Schutzmaßnahmen, beispielsweise vom bayerischen Familienministerium, mit einbezogen, teilte der Landesverband am Dienstag mit. Die Landesfrauenkonferenz des VdK hat eine Resolution zum Thema "Gewalt gegen Frauen - (k)ein Tabu" verabschiedet, die sich an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik, Behörden und Justiz wendet.

"Jede dritte Frau macht im Laufe ihres Lebens Erfahrungen mit Gewalt. Wir müssen diesen Frauen eine Stimme geben!", forderte die VdK-Präsidentin und stellvertretende Landesvorsitzende Verena Bentele. Noch immer werde die Situation von Frauen in gewaltvollen (Ex-)Partnerschaften verharmlost, hieß es.

Für die VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher ist es "perfide", dass Gewaltübergriffe gegen Frauen häufig im eigenen Zuhause passieren: "In dem Bereich, der eigentlich der eigene Schutzbereich sein sollte, in dem man sicher sein und nichts Böses zu befürchten haben sollte."

2020 seien bei der Bayerischen Polizei insgesamt 15.944 weibliche Fälle im Bereich "häusliche Gewalt" erfasst worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Diese Zahlen seien aber "wohl nur ein Bruchteil der tatsächlich stattfindenden Partnerschaftsgewalt gegen Frauen". 24 Frauen seien 2020 durch die Gewalt ihres Partners zu Tode gekommen.