München (epd). Einen Schulstart-Bonus für Familien mit niedrigem Einkommen schlägt die bayerische Landtags-SPD vor. 250 Euro solle der Zuschuss fürs erste Schuljahr betragen, forderte die Fraktion am Freitag. Der Kauf von Heften, Stiften und Schultasche schlage schnell mal mit mehreren hundert Euro zu Buche. Am Dienstag (16.09.) beginnt in Bayern die Schule.

"Wir wollen beste Startchancen für alle Kinder in Bayern, ganz gleich, wie groß der Geldbeutel der Eltern ist", sagte SPD-Fraktionschef Holger Grießhammer laut Mitteilung. Grießhammer ist selbst fünffacher Familienvater.

Laut Statistischem Bundesamt seien die Kosten für Schulmaterial im Vergleich zum Vorjahr erneut um 3,8 Prozent gestiegen. Der Bonus für die Erstklässler soll nach dem Willen der SPD abhängig vom Einkommen sein. Finanziert werden soll er vom Freistaat durch eine Erweiterung der Lernmittelfreiheit: Das würde bedeuten, dass Schüler nicht nur einen Anspruch auf kostenfreie Bereitstellung von Schulbüchern haben, sondern ärmere Familien auch auf die ersten Anschaffungen.

Vereine und Wohlfahrtsverbände bestätigen laut SPD die wachsende Nachfrage nach Schul-Erstausstattungen. Nicht selten müssten Erstklässler ohne komplette Ausstattung in die Schule gehen. Diese Kinder dürften sich nicht abgehängt fühlen, so die SPD.

Die Landtagsfraktion fordert zudem, die Lernmittelfreiheit auch auf andere Schulmaterialien, etwa im Bereich Digitalisierung, zu erweitern. Dass sie bislang lediglich für Schulbücher gilt, ist aus Sicht Grießhammers nicht mehr zeitgemäß. Ihm zufolge sollten Schülern auch digitale Endgeräte, Computerprogramme und Arbeitshefte kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.