Nürnberg (epd). Der Nürnberger evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein hat in einer Botschaft zu Ostern am Dienstag das Leben manchmal mit dem Festsitzen in einem Brunnen verglichen. "Das Gefühl kennen viele - privat und angesichts des Kriegs Russlands gegen die Ukraine oder der immensen Preissteigerungen und der schleppenden Klimamaßnahmen", stellte Körnlein in einer Mitteilung fest. Das rettende Seil von oben komme oft nicht, aber unten tue sich etwas. Gott sei am Karfreitag ganz unten angekommen, "aber eben nicht, um dort alles beim Alten zu lassen".

Der Tod und alles Todbringende seien nicht das Letzte, so der Theologe. Der Stein, den man vor das Grab des Gottessohnes gewälzt habe, habe keinen Bestand gehabt, sagte Körnlein. "Ostern bezeugt uns: Felsenfeste Wände bekommen Risse, in Mauern öffnen sich Löcher, frischer Wind weht herein, Licht macht sich breit". Auswege würden selbst in den "Brunnenschächten des Lebens" zutage treten.

Von Karfreitag bis Ostermontag sind im evangelischen Dekanat Nürnberg zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen in der Innenstadt geplant. Am Karfreitag wird beim Hauptgottesdienst um 10 Uhr die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern predigen. Um 5.30 Uhr in der Früh beginnt am Ostersonntag auf dem Friedhof St. Rochus ein Kerzenzug zur Imhof-Kapelle. Im Festgottesdienst um 10 Uhr predigt Stadtdekan Körnlein.

Außerdem ist am Schwarzen Berg in Boxdorf am Ostersamstag um 18.30 Uhr eine ökumenische Osterfeier mit Bollerwagenaltar und Osterfeuer geplant. Gemeinsam durch die Nacht begibt sich die Jugend in der Jugendkirche LUX von 22 Uhr bis 7 Uhr. Der Start eines Emmausgang, Pilgern am Ostermontag, von der Philippuskirche Reichelsdorf bis Schwabach-Limbach, ist um 9.30 Uhr.

In zahlreichen Gemeinden wird am Gründonnerstag das Abendmahl an gemeinsamen Tischen mit geteilten Speisen begangen. Am Ostersonntag brennen dekanatsweit in der Osternacht wieder Osterfeuer und die Gemeinden laden zum Entzünden des Osterlichtes und anschließendem Osterfrühstück ein.