Augsburg (epd). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert angesichts des großflächigen Stromausfalls in Berlin einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur. "Ein vollumfänglicher Routinebetrieb kann allein über Notstromaggregate nicht sichergestellt werden", sagte Vorstandschef Gerald Gaß der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). Zwar seien Krankenhäuser in der Regel mit Notstromaggregaten ausgestattet, diese sicherten jedoch nur für begrenzte Zeit einen Grundbetrieb. Kliniken seien daher zwingend auf eine funktionierende Gesamtinfrastruktur angewiesen, mahnte der Geschäftsführer des Krankenhausträgerverbands.

"Allein für den Schutz vor Cyberangriffen und Sabotage benötigen wir Investitionen von rund 2,7 Milliarden Euro", sagte Gaß. Um die Klinken auf einen möglichen Verteidigungsfall vorzubereiten, seien sogar 14 bis 15 Milliarden Euro nötig. "Die jüngsten Vorfälle zeigen, wie verwundbar unsere allgemeine Infrastruktur ist, nicht nur durch Angriffe auf die Stromversorgung, auch Drohnen über Flughäfen oder Cyberattacken sind fast alltäglich geworden", sagte er. Resilienz und Sicherheit müssten dauerhaft fester Bestandteil der Krankenhausstrukturen sein. Dies sei existenziell für die nationale Daseinsvorsorge.

Seit vergangenem Samstag sind Tausende Haushalte in Berlin ohne Strom. Grund war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke der linksextremistischen "Vulkangruppe".