München, Nürnberg (epd). Eine Zehn-Jahres-Studie der Technischen Universität München (TUM) zeigt nach Angaben des Bund Naturschutz in Bayern (BN) die geringeren Folgekosten für die Umwelt von ökologischer gegenüber konventioneller Landwirtschaft. Die TUM-Studie habe die Umwelt- und Klimawirkungen von 80 ökologischen und konventionellen Bauernhöfen über zehn Jahre untersucht, teilte der BN am Donnerstag mit. Umgerechnet auf die Umweltfolgekosten durch Treibhausgasemissionen, Stickstoffbelastung, Pestizideinsatz und anderen spare die ökologische Bewirtschaftung zwischen 750 und 800 Euro pro Hektar ein.

Der BN rechnet vor: Beim derzeitigen Anteil von 13 Prozent Öko-Anbaufläche in Bayern sind das etwa 300 Millionen Euro Kosteneinsparung. Bei einem Ökoanteil von 30 Prozent, der in Bayern laut Volksbegehren bis 2030 umgesetzt sein muss, wären es 750 Millionen Euro Einsparung pro Jahr. BN-Chef Mergner sagte, die Studie der TUM zeige, "dass sich jeder Euro, den wir für die möglichst schnelle Erreichung des 30-Prozent-Ziels einsetzen, am Ende auszahlt". Die Politik müsse einen verbindlichen Rahmen schaffen. So sollten mindestens die Hälfte aller in öffentlichen Kantinen verwendeten Lebensmittel aus ökologischem Anbau kommen.

Die Geschäftsführerin der Bio-Molkerei Andechs, Barbara Scheitz, warb in diesem Zusammenhang für eine Anpassung der Mehrwertsteuer: "Die sichere Bewirtschaftung der Bio-Bauernbetriebe sowie die klima- und umweltpolitisch notwendige Erweiterung unserer ökologischen Anbauflächen könnte sofort stabilisiert und gesteigert werden, wenn die aktuelle Mehrwertsteuer von derzeit sieben Prozent für Bio-Lebensmittel auf 'Null-Prozent' gesetzt wird." Studienleiter Kurt-Jürgen Hülsbergen von der TUM sagte, ökologisch bewirtschaftete Flächen verursachten 50 Prozent weniger Treibhausgasemissionen.