Hilpoltstein (epd). Vom 9. bis 11. Januar können wieder Vögel gezählt werden. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und der Nabu rufen zu ihrer traditionellen "Stunde der Wintervögel" auf. Eine Stunde lang sollen die Teilnehmenden die Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und melden, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, teilte der LBV am Mittwoch mit. "Gerade im Winter tauchen manchmal überraschende Gäste auf", sagte die LBV-Biologin Angelika Nelson.

So könnten in diesem Jahr neben typischen heimischen Wintervögeln wie Kohl- und Blaumeise, Amsel, Sperling oder Rotkehlchen auch Artgenossen aus Skandivanien beobachtet werden, etwa Bergfinken oder Erlenzeisige. Ist das Samenangebot in den Nadelwäldern Skandinaviens mau, machten sich viele Finkenarten auf den Weg nach Süden, um dort nach Nahrung zu suchen, erläuterte Nelson. Die Chancen, dass auch heuer wieder welche nach Bayern kommen, stünden gut.

Städte erleichtern Vögeln das Überwintern

Wegen des milden Winters der vergangenen Jahre seien außerdem immer mehr Kurzstreckenzieher in Bayern geblieben, etwa Zilpzalp, Mönchsgrasmücke oder Star. Wegen des milden Dezembers sei es spannend, welche Arten diesmal zuhause geblieben seien, sagte Nelson. Besonderes Augenmerk liege auf dem Vergleich zwischen Stadt und Land. Parks böten oft ganzjährig Nahrung, außerdem herrsche in Städten ein wärmeres Mikroklima. Das erleichterte den Vögeln das Überleben im Winter.

Beobachtungen können online unter www.stunde-der-wintervoegel.de gemeldet werden.