Bamberg (epd). Die Universität Bamberg will zusammen mit anderen Hochschulen mehr junge Frauen für ein Informatikstudium gewinnen. Das bundesweite Projekt "Pionierin" findet in Kooperation mit den Universitäten Hildesheim, Kassel und Koblenz statt, teilte die Uni Bamberg am Dienstag mit. In seiner dreijährigen Laufzeit sind insgesamt mehr als 20 Workshops und Camps für Schülerinnen geplant. "Wir wollen junge Frauen nicht nur für Informatik begeistern, sondern ihnen zeigen, dass sie die Zukunft dieser Disziplin aktiv mitgestalten können", sagte Informatikprofessorin und Gesamtkoordinatorin Nadine Dittert von der Universität Koblenz.
Der Lehrstuhl für Kognitive Systeme der Uni Bamberg bringt der Mitteilung zufolge seine Expertise insbesondere im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) ein. Ein erster Workshop ist vom 10. bis 12. September am MINT-Zentrum Hirschaid geplant. Bei der "AI Summer School 4 Girls" erkunden Schülerinnen ab 17 Jahren gemeinsam mit KI-Expertinnen, was bei KI-Systemen unter der Oberfläche passiert. An konkreten Anwendungsbeispielen aus den Bereichen Medizin und Gesundheit trainieren sie eigene KI-Modelle.
Durch das Angebot soll mit verbreiteten Klischees und Stereotypen rund um das Informatikstudium aufgeräumt werden, hieß es. Ein zentrales Anliegen des Projekts sei außerdem eine intersektionale Herangehensweise: Frauen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und bildungsbezogenen Hintergründen sollen gleichermaßen angesprochen und unterstützt werden. Die entwickelten Konzepte sollen als Open Educational Resources (OER) veröffentlicht werden und langfristig in die Vermittlung an Schulen, Hochschulen und an außerschulischen Lernorten einfließen.