München (epd). Der Sozialverband VdK Bayern hat die Staatsregierung für ihre Pflegepolitik scharf kritisiert. Unter anderem geht es um die sich "weiter zuspitzende Situation" in der häuslichen Pflege, teilte der VdK am Donnerstag in München mit. Dass der Auszahlungszeitpunkt des Landespflegegelds vom Herbst 2025 auf den Jahresanfang 2026 verschoben werde, komme einer faktischen Kürzung gleich. Pro Jahr gibt es 1.000 Euro Pflegegeld. Weil die Zahlung nun um ein Vierteljahr verschoben wird, spricht der VdK von einer "trickreichen" Kürzung um 250 Euro.

Ein Sprecher des Pflegeministeriums wies die Kritik zurück. Das Landespflegegeld werde nicht gekürzt, es werde lediglich das Pflegegeldjahr an den Kalender angepasst. Bislang endete das Pflegegeldjahr am 30. September. "Nach aktuell geltender Rechtslage wird das Landespflegegeld für Menschen, die schon zuvor Landespflegegeld erhalten haben, wie bisher rückwirkend" ausgezahlt. Das Landespflegegeld sei eine "bundesweit einzigartige Leistung", sagte der Sprecher. Einzige Voraussetzung sei ein Wohnsitz in Bayern und mindestens Pflegegrad 2.

Die bayerische VdK-Vorsitzende Verena Bentele sprach dennoch von einem "Schlag ins Gesicht für die betroffenen Familien". Zugleich soll das Landespflegegeld ab 2026 nur noch 500 Euro jährlich betragen. "Die Staatsregierung will uns weismachen, dass das eingesparte Geld in den Ausbau der pflegerischen Infrastruktur gesteckt wird", so Bentele. Aber noch sei etwa im Haushaltsplan 2026 kein zweckgebundener Nachweis dafür eingestellt. Der Freistaat komme seiner "gesetzlichen Verantwortung zur Sicherstellung der Pflegeversorgung nicht ausreichend nach".