Bamberg, Augsburg (epd). Wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornographie und der Herstellung unberechtigter Bildaufnahmen ist ein 58-jähriger Musiklehrer aus Augsburg verhaftet worden. Die Kriminalpolizei Augsburg und das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ermitteln gegen den Mann, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Tatverdächtige befindet sich in Untersuchungshaft.

Im Zuge von Ermittlungen der nordrhein-westfälischen Behörden gegen eine kinderpornographische Plattform im Darknet seien zahlreiche User identifiziert worden, darunter mutmaßlich auch der 58-Jährige, hieß es in der Mitteilung weiter. Im Rahmen einer Durchsuchung hätten Einsatzkräfte der Polizei dann umfangreiche Beweismittel bei ihm sichergestellt. Es bestehe der Verdacht, dass der Tatverdächtige in den Musikschulen in Augsburg und im Landkreis Dillingen a.d. Donau, an denen er unterrichtet hat, heimlich Aufnahmen im Rahmen des Instrumentalunterrichts angefertigt haben und damit den höchstpersönlichen Lebensbereich und die Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler verletzt haben soll.

Inwiefern auch kinderpornographische Aufnahmen angefertigt wurden, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, teilten die Kriminalpolizei und die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. In mindestens sieben Fällen soll der Tatverdächtige Mädchen unter den Rock gefilmt haben. In mindestens zwei Fällen soll es auch zu sexuellen Übergriffen durch oberflächliche Berührungen gekommen sein.

Die Ermittlungsbehörden stehen nach eigenen Angaben in engem Kontakt zu den beiden Musikschulen, an denen der Tatverdächtige zuletzt beschäftigt war. Die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler seien über die Vorwürfe und Ermittlungen informiert worden. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe sei der 58-Jährige mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben an den Musikschulen entbunden worden.

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern, die bayernweit zuständig ist für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Seit dem 1. Oktober 2020 besteht dort zudem das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet. Diese Spezialeinheit konzentriert sich nach eigenen Angaben insbesondere auf Betreiber und Nutzer von Darknet-Foren, die kinderpornografisches Material herstellen, posten oder damit handeln.