München (epd). Für ihr Engagement in der Erinnerungs- und Gedenkarbeit sind Eva Umlauf, Hildegard Kronawitter und Ilse Macek am Freitag mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. "Die Würdenträgerinnen sind seit vielen Jahren sehr wichtige Mitstreiterinnen gegen das Vergessen", teilte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten am Freitag mit. Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) überreichte die Orden im Kultusministerium.
Eva Umlauf wurde im Alter von zwei Jahren mit ihren Eltern nach Auschwitz deportiert. Die 80-Jährige ist eine der jüngsten Holocaust-Überlebenden und erzählt seit Jahren als Zeitzeugin in Vorträgen, Lesungen und vor Schulklassen ihre Geschichte. Die frühere SPD-Landtagsabgeordnete Hildegard Kronawitter ist seit 2009 erste Vorsitzende der "Weiße Rose Stiftung". Die Stiftung erinnert an die Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe und fördert Zivilcourage und demokratisches Bewusstsein. Ilse Macek ist Sprecherin der Münchner Niederlassung des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie", der ebenfalls die Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen wachhält. Zudem leitet die Politikwissenschaftlerin bei der Münchner Volkshochschule das Querschnittprogramm.
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, umgangssprachlich meist "Bundesverdienstkreuz" genannt, ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Er wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen. Zugleich ist er die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Der Orden wird seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss im Jahr 1951 verliehen.