Füssen, München, Berlin (epd). Das Musical "Die Weiße Rose" über die gleichnamige Münchner NS-Widerstandsgruppe ist in neun Kategorien für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert. Unter anderem geht die Produktion ins Rennen in den Kategorien "Bestes Musical", "Beste Darstellerin in einer Hauptrolle", "Beste Regie", "Bestes Musikalisches Gesamtbild" und "Bestes Bühnenbild", wie aus einer Mitteilung der Deutschen Musical Akademie vom Freitag hervorgeht. Die Preisverleihung soll am 27. Oktober in Berlin stattfinden. Insgesamt werden Preise in 16 Kategorien vergeben.

Keine andere Musical-Produktion ist so oft nominiert wie die "Die Weiße Rose", die Ende Juni ihre Uraufführung im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen gefeiert hatte. In Füssen zeigt man sich zufrieden: Man habe sich zu einem kulturellen Leuchtturmprojekt entwickelt, das das Musicalgenre in Deutschland entscheidend mitpräge, teilte das Festspielhaus mit. Zu den Aufführungen waren auch Schulklassen eingeladen, außerdem wurde eine Begleit-Ausstellung der Weißen Rose Stiftung über die NS-Widerstandsgruppe gezeigt. Neben Füssen war das Musical auch am Deutschen Theater in München zu sehen.

Vera Bolten, die in der Kategorie "Beste Regie" nominiert ist, hatte vor der Uraufführung gesagt, dass sie das Andenken an die "Weiße Rose" rund um die Geschwister Hans und Sophie Scholl lebendig halten wolle. Kern der Erzählung bildeten Briefe, Tagebucheinträge, Originalzitate, reale Verhörausschnitte und überlieferte Aussagen. Erzählt wird die Geschichte chronologisch - vom anfänglichen Mitlaufen in der Hitlerjugend bis hin zur Entscheidung zum Widerstand, der Flugblattherstellung und schließlich zur Verhaftung und Verurteilung zum Tod der "Weiße Rose"-Mitglieder.