München (epd). Die Zahl der Organspender in Bayern ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hätten im Freistaat im vergangenen Jahr 143 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstag in München mit. Dies seien 14 Spender weniger gewesen als 2024. Deutschlandweit stieg die Zahl 2025 laut DSO dagegen auf 985 Spender an und lag damit um 32 Personen höher als 2024. Dies war der höchste Stand seit 2012.

Aktuell warteten in Bayern rund 1.100 Menschen auf ein lebenswichtiges Spenderorgan, sagte die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Auch wenn pro Spender in der Regel mehrere Organe vermittelt werden könnten, sei diese Lücke sehr bedrückend. Auch deutschlandweit reichten die gespendeten Organe bei Weitem nicht aus, allen Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen: 8.199 Menschen warteten Ende des vergangenen Jahres laut DSO insgesamt auf eine Organspende.

Mehr Menschen müssten sich mit dem Thema auseinandersetzen

Gerlach setzt sich für eine Änderung des Transplantationsrechts und die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung ein. Damit wäre die Organspende der Normalfall, wenn die gesetzlichen und medizinischen Voraussetzungen vorliegen, falls der potenzielle Spender nicht widersprochen hat. "Ich hoffe, dass der Bundestag den Gesetzentwurf hierzu bald behandelt und positiv darüber abstimmt", sagte die bayerische Gesundheitsministerin. Der Bundesrat hatte im Herbst des vergangenen Jahres einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchslösung mehrheitlich beschlossen.

Obwohl 85 Prozent der Menschen in Deutschland laut einer Umfrage von 2024 dem Thema Organ- und Gewebespende positiv gegenüberstünden, habe nach eigenen Angaben nur etwa ein Drittel einen Organspendeausweis, sagte Gerlach weiter. Mehr Menschen müssten sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen.