Würzburg (epd). Die Autorin Elisabeth Pape erhält das diesjährige Leonhard-Frank-Stipendium zur Förderung zeitgenössischer Dramatik des Würzburger Mainfrankentheaters. Pape setzte sich gegen zahlreiche andere, auch internationale Bewerber durch, teilte das Theater am Mittwoch in Würzburg mit. Die 1995 geborene Pape wuchs in Berlin und in Czernowitz in der Ukraine auf. Sie studierte Theater- und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.
Jury-Mitglied Viola Bungarten würdigte Pape in ihrer Laudatio: "Mit unverstelltem und direktem Zugang zu ihrer eigenen Haltung scheut sie kein erzählerisches Risiko und verhandelt Themen, deren Sperrigkeit manch andere meiden, mit erstaunlicher Leichtigkeit." Besonders hervorzuheben sei "die hohe Entzündlichkeit", mit der sich Pape gesellschaftliche Fragestellungen zu eigen mache und die sie so lange hin und her wende, "bis ein humoristisches Feuer entfacht ist". Ihr Schreiben sei "künstlerischer Ausdruck" und "politische Praxis".
Mit dem Stipendium beginnt eine enge Zusammenarbeit der Autorin mit der Schauspieldramaturgie des Würzburger Theaters. Pape sagte, das Stipendium eröffne ihr die Möglichkeit, "im Dialog mit einem Haus, das sich ja explizit für meine Themen und Schreib-Art entschieden hat, einen Theatertext, einen Theaterabend zu entwickeln". Das inzwischen zum sechsten Mal vergebene Leonhard-Frank-Stipendium bilde einen wichtigen Baustein in der Auseinandersetzung des Theaters mit zeitgenössischer Dramatik, hieß es weiter.
Das Stipendium ist benannt nach dem gebürtigen Würzburger Schriftsteller Leonhard Frank (1882-1961). Frank gilt als einer der bedeutendsten sozialkritischen und pazifistischen Erzähler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.