Würzburg (epd). Das staatliche Museum für Franken auf der Würzburger Festung Marienberg hat am Dienstag seinen neuen Bestandskatalog fränkischer Fayencen und die sogenannte Ansbacher Riesenvase präsentiert. Das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte beherbergt nach eigenen Angaben eine der bedeutendsten Sammlungen süddeutscher Fayencen. Diese geht vor allem auf die Sammeltätigkeit des Würzburgers August Stoehr (1868-1920) zurück. Fayencen sind eine besondere Form von Keramikgegenständen.

Nachdem das Hauptinventar beim großen Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 verbrannt ist, musste der heutige Bestand von mehr als 1.000 Fayencen wissenschaftlich neu erarbeitet werden. Etliche der Keramiken wurden während des Zweiten Weltkrieges beschädigt oder zerstört. Von den noch vorhandenen gehört knapp die Hälfte den Freunden Mainfränkischer Kunst und Geschichte, weitere 342 der Stadt Würzburg. Bei 191 Fayencen ist die Herkunft unklar, der Verdacht von jüdischer Raubkunst liege nahe, hieß es.

Zugleich wurde am Dienstag die Ansbacher Riesenvase vorgestellt, die um das Jahr 1720 entstanden sein soll und deren Herkunft unbekannt ist. Die achteckige Riesen-Deckelvase war 2017 als Kriegsschaden in einer Munitionskiste im Museumskeller entdeckt worden. Aus den 47 erhaltenen Fragmenten und dem an anderer Stelle gefundenen Deckel wurde die Vase wieder zusammengesetzt und restauriert. Das Dekor der in dieser Größe äußerst seltenen Vase zeigt chinesische Landschaftsszenen.