München (epd). Mit einem neuen Modellprojekt soll die psychiatrische Versorgung wohnungsloser und bedürftiger Menschen in der Region Würzburg gestärkt werden. Das Projekt des Fördervereins Würzburger Wärmestube startet am 1. November, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Montag in München mit. Betroffene sollten niedrigschwellig Zugang zu psychologischen und psychiatrischen Hilfestellungen erhalten, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Ziel sei es, die Wärmestube als Anlaufstelle für wohnungslose und bedürftige Menschen in der Stadt und im Landkreis Würzburg weiter auszubauen. Sie sei ein Bindeglied zu den vor Ort bestehenden Strukturen in der psychiatrischen Versorgung, sagte Holetschek weiter. Das Projekt solle auch dabei helfen, in Würzburg bei der psychiatrischen Grundversorgung Wohnungsloser eine Struktur aufzubauen, "die nachhaltig wirkt und trägt", sagte Paul Lehrieder, Mitglied des Bundestages und Erster Vorsitzender des Fördervereins Wärmestube.

In der Wärmestube soll eine offene Sprechstunde für psychische Gesundheit etabliert werden, um Hilfe suchende, wohnungslose und bedürftige Menschen bei Bedarf schnell und flexibel in die Regelversorgung zu vermitteln, hieß es weiter. "Denn oftmals haben sie große Hemmungen, sich überhaupt derartige Hilfe zu holen", sagte Holetschek. Auch das soziale Umfeld von psychisch Erkrankten solle passgenau unterstützt werden, "und zwar niedrigschwellig, wohnortnah und frühzeitig."

Wohnungslose Menschen seien überproportional häufig von seelischen Erkrankungen betroffen: Einerseits erhöhe Wohnungslosigkeit das Risiko für psychische Erkrankungen, und andererseits erhöhten psychische Erkrankungen die Gefahr, die Wohnung zu verlieren.

Das bayerische Gesundheitsministerium unterstützt das Forschungsprojekt über einen Zeitraum von zwei Jahren finanziell mit rund 150.000 Euro.