Fürth (epd). In der Altenpflege ist trotz deutlicher Lohnerhöhungen die Zahl der Beschäftigten bisher konstant geblieben. Dies ergab eine Studie des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, wie dieses am Freitag in München mitteilte. Die Studie wurde zur Einführung der Tarifbindung in der Altenpflege im Jahr 2022 durchgeführt. Die Tarifbindung führte demnach zu einem Lohnanstieg von mehr als 15 Prozent, doch kurzfristig konnten dadurch keine zusätzlichen Fachkräfte für die Altenpflege mobilisiert werden.
Dem Lohnanstieg stand allerdings in den Jahren 2022 und 2023 eine hohe Inflation gegenüber. Laut dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise in diesen beiden Jahren um zusammen rund 13,2 Prozent.
2022 trat die Tarifbindung in der Langzeitpflege in Kraft
Das Forschungsteam verglich die Lohnentwicklung von Altenpflegern mit der von Krankenpflegern, die nicht von der Gesetzesreform betroffen sind. Die Bruttolöhne unter Fachkräften in der Altenpflege stiegen von 2021 bis 2023 um 15,4 Prozent. In diesem Zeitraum blieb die Zahl der Vollzeitbeschäftigten jedoch nahezu unverändert, während die Zahl der Beschäftigten in Teilzeit um 2,3 Prozent zurückging. Gleichzeitig stieg der Bedarf: Im Verhältnis dazu sei das Pflegepersonal dünner geworden, hieß es. 2021 gab es im Schnitt 44,6 Vollzeit-Pflegende für 1.000 Personen über 85 Jahren, 2023 waren es nur noch 42,7 Vollzeitkräfte.
Die Studie basiert auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu Erwerbsbiografien aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pflege. Mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz trat 2022 laut ifo Institut erstmals eine umfassende Tarifbindungspflicht in der Langzeitpflege in Kraft.