München (epd). Zum Antikriegstag am 1. September (Montag) rufen Gewerkschaften und Friedensinitiativen in Bayern zu Demonstrationen und Kundgebungen auf. Der Antikriegstag stehe in diesem Jahr unter dem Motto "Gegen Rüstungswahn, Wehrpflicht und Sozialabbau - Für Frieden und Internationale Solidarität", teilte das Friedensnetzwerk und Verdi Bayern mit. In München beginnt um 17 Uhr eine Kundgebung am Karlsplatz/Stachus. Als Redner ist unter anderem der Friedensaktivist Jürgen Grässlin angekündigt. Von dort geht es ab 18.15 Uhr weiter zum EineWeltHaus, wo der DGB München zu Vorträgen zum Thema "Für eine Zeitenwende zum Frieden - Mit Mut gegen Hochrüstung und Umweltzerstörung" einlädt.

Beim Antikriegstag in Nürnberg ist als Redner der langjährige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg angekündigt. Er referiert um 19 Uhr zum Thema "Wege zum Frieden - friedliche Koexistenz statt konfrontative Kriegsertüchtigung" im Nürnberger Gewerkschaftshaus am Kornmarkt. Auch in Regensburg wird der Antikriegstag mit einer Kundgebung und Demonstration ab 18 Uhr auf dem Neupfarrplatz begangen. Zudem sind in Erlangen, Augsburg, Schweinfurt und Sulzbach-Rosenberg weitere Kundgebungen mit Reden angekündigt, die jeweils am Spätnachmittag des 1. September beginnen.

Der bundesweite Antikriegstag am 1. September erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939, als das nationalsozialistische Deutschland Polen überfiel, und wurde im Jahr 1957 - ein Jahr nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht - vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ins Leben gerufen. 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt.

Am vergangenen Mittwoch (27. August) hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf des Bundesverteidigungsministeriums beschlossen, nach dem volljährige junge Menschen künftig per Fragebogen beantworten sollen, ob sie für den Dienst in der Bundeswehr bereit sind. Wer sich bereiterklärt, kann rekrutiert werden. Somit soll die Truppenstärke der Bundeswehr auf freiwilliger Basis angehoben werden. Eine Wehrpflicht ist aktuell nicht geplant. Das neue Modell sieht aber vor, dass die Wehrpflicht wiederkommen kann, wenn der Bedarf an mehr Soldatinnen und Soldaten durch Freiwillige nicht gedeckt werden kann.