München, Traunstein (epd). Zwei kirchlich engagierte Frauen aus Oberbayern sind mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. "Mit Lieselotte Namberger und Schwester Bernadette Brommer erhalten gleich zwei besonders persönlichkeitsstarke Frauen das Bundesverdienstkreuz", sagte Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) bei der Übergabe am Mittwoch in München. "Ihr unerschütterlicher Mut, ihre enorme Tatkraft und ihr beeindruckender Einsatz für die Gesellschaft sind beispiellos und haben für uns alle echten Vorbildcharakter."

Schwester Bernadette Brommer, die 1978 dem Orden der "Deutschen Provinz der Schwestern vom Guten Hirten" in München beitrat, setze sich seit vielen Jahren in herausragender Weise im sozialen Bereich ein. Sie sei "Sprachrohr" und "Bürgeranwältin" für Menschen ohne Interessensvertretung. Ein Thema beschäftigte die Seelsorgerin besonders: Wie kann man Erbschleichern das Handwerk legen? Als Buchautorin, bei Veranstaltungen und bei Vorträgen habe sie Betrugsopfern Mut gemacht und wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet.

Lieselotte Namberger engagiert sich laut Ministeriumsangaben seit mehr als 50 Jahren ehrenamtlich für die katholische Stadtkirche Traunstein, bekleidete in diesem Zusammenhang unterschiedlichste Funktionen, etwa als Kirchenpflegerin, langjährige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und bei der Organisation von Pilgerreisen. Ihr ehrenamtliches Engagement präge das gesamte gesellschaftliche Leben der Stadt Traunstein maßgeblich, sagte Stolz. "Man kann sie als perfekte ‚Networkerin‘ bezeichnen, die schon auf eine beachtliche Anzahl von Auszeichnungen zurückblicken kann."

Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für zivilgesellschaftliches Engagement verleiht.