Die Evangelischen in Wassermungenau (Landkreis Roth) können voraussichtlich bis ins Jahr 2027 ihre Andreaskirche nicht mehr betreten. Wie Pfarrer Thomas Lorenz berichtete, musste die direkt an der Bundesstraße nach Nürnberg liegende Kirche von einem Tag auf den anderen zur Sicherheit gesperrt werden. Anfang des Jahres sei ein 180 Kilogramm großes Stück vom Stuck von der Decke auf die Empore gefallen. Verletzt wurde niemand, weil die Empore meist nur als Aufbewahrungsraum genutzt werde.
Dass eine Kirche so schlagartig geschlossen werden muss, sei wirklich selten der Fall, sagt die Referatsleiterin im zuständigen Bauamt Nürnberg, Anna Lanzinger. Nun seien noch verschiedene technische Untersuchungen und Beratungen mit der Denkmalschutzbehörde nötig, um zu entscheiden, wie es in Wassermungenau weitergeht. Solange keine Ergebnisse der Prüfungen vorliegen, könne auch noch keine Kostenschätzung vorgenommen werden.
Nach Schätzungen der Gemeinde könnte eine Renovierung oder eine Erneuerung der Decke 1,5 Millionen Euro kosten. Auf die Gemeinde würden dann Kosten in Höhe von 150.000 Euro zukommen, für die man bereits im Oktober bei der Kirchweih eine Fundraising-Aktion starten werde, so Lorenz.
Derzeit geht der Kirchenvorstand davon aus, dass die Gemeinde erst im zweiten Halbjahr 2027 die 30 Meter lange Andreaskirche mit 600 Sitzplätzen aus dem Jahr 1853 wieder nutzen kann. Man überlegt, wo die Gemeinde die nächsten großen Feste feiern soll. Gottesdienste finden jetzt im Wassermungenauer Gemeindehaus und in der Kirche im benachbarten Untereschenbach statt. Die Konfirmation feierten die Jugendlichen mit ihren Familien heuer in Windsbach, Weihnachten wollte man zunächst in den Rittersaal der Burg Wernfels gehen. Dieser Plan habe sich aber inzwischen zerschlagen, erzählt der Pfarrer.
"Die Kirchengemeinde vermisst die Kirche sehr", sagt er, "ältere Menschen kommen auf mich zu und fragen sich, ob sie sie zu Lebzeiten noch einmal von innen sehen könnten." Doch noch müssen die Gremien über das weitere Vorgehen entscheiden. So wird nun der Pfarrer das Hinweisschild "Die Andreaskirche bleibt aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt" über die Plakette "Offene Kirche" hängen, die immer noch an der Mauer am Eingang prangt.