Die Landshuter Dekanin Nina Lubomierski wird neue Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg. Die 51-jährige Theologin übernimmt das Amt am 1. März 2027. Sie wurde am Donnerstag gewählt, wie die Diakonie Württemberg und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) am Freitag mitteilten.

Lubomierski folgt auf Oberkirchenrätin Annette Noller, die zum Jahreswechsel ans Diakoniewissenschaftliche Institut der Universität Heidelberg wechselt. Als Vorstandsvorsitzende wird Lubomierski zugleich Mitglied im Kollegium des Evangelischen Oberkirchenrats, dem Leitungsgremium der württembergischen Landeskirche. Den hauptamtlichen Vorstand bildet sie künftig mit Kornelius Knapp und Robert Bachert.

Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Druck

Als Herausforderungen für Diakonie und Kirche nennt Lubomierski den Fachkräftemangel, den wirtschaftlichen Druck und die Frage nach der Rolle der Kirche in einer sich wandelnden Gesellschaft. Es brauche deshalb eine klare strategische Ausrichtung. Sie wolle die Diakonie Württemberg als "unverzichtbare Stimme für soziale Gerechtigkeit" und zugleich als moderne, attraktive Arbeitgeberin weiterentwickeln, erklärte sie.

Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein Dachverband für rund 1.400 Einrichtungen und Dienste. Nach eigenen Angaben arbeiten dort mehr als 50.000 Menschen hauptamtlich und 35.000 ehrenamtlich. Täglich erreicht die württembergische Diakonie demnach mehr als 200.000 Menschen.

Von der Altenheimseelsorge zur Leitung

Lubomierski leitet seit 2020 den Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Landshut. Zudem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums des Diakonischen Werks Landshut und stellvertretende Regionalbischöfin des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern (Nord).

Die 1975 geborene Theologin studierte in Tübingen und Heidelberg und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hatte Lehraufträge an den Universitäten Heidelberg, Tübingen und Würzburg, absolvierte ihr Vikariat an der Würzburger Thomaskirche und arbeitete anschließend als Pfarrerin in der Altenheimseelsorge.

Der bayerische Landesbischof Christian Kopp gratulierte Lubomierski zu ihrer Wahl. Lubomierski bringe "hohe theologische Reflexionskraft, hervorragende kommunikative Fähigkeiten und eine tiefe Erfahrung in Praxisfeldern der Diakonie" mit. Für das Dekanat Landshut und die bayerische Landeskirche sei ihr Wechsel "ein großer Verlust", erklärte Kopp.

(om/epd)