München (epd). Rund 18.000 Menschen haben mit einer Radsternfahrt für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur in Bayern demonstriert. Bei 16 polizeibegleiteten Demozügen seien die Radlerinnen und Radler über eine insgesamt 500 Kilometer lange autofreie Demostrecke gerollt, teilte das Bündnis Radentscheid am Sonntag mit. Höhepunkte der Tour seien drei Kilometer auf der gesperrten Autobahn 96 zwischen Sendling und Blumenau gewesen. Weitere Radl-Demos hätten in Nürnberg, Aschaffenburg-Miltenberg, Hof, Bayreuth und Deggendorf stattgefunden.
Von einem guten Radwegenetz sei das selbsternannte "Radlland Bayern" noch weit entfernt, Planung und Bau von Radinfrastruktur gingen quälend langsam voran, sagte Bernadette Felsch, Beauftragte des Radentscheids Bayern. Seit das Bündnis Druck mache, plane auch die CSU ein Radgesetz, obwohl sie das zuvor jahrelang abgelehnt habe. Die Radldemos hätten jedoch klar gemacht, dass die Vorschläge des Bündnis Radentscheid "nicht einfach abgeräumt, sondern angemessen beteiligt werden" müssten, so Felsch.
Das Bündnis Radentscheid Bayern hatte von Juni bis Oktober letzten Jahres 100.000 Unterschriften für die Zulassung des Radl-Volksbegehrens gesammelt. Das Bayerische Innenministerium hatte den Antrag im März an den Bayerischen Verfassungsgerichtshof verwiesen, der nun bis 12. Juni prüfen muss, ob das Volksbegehren zulässig ist.