Aschaffenburg (epd). Eine rund 2.000 Jahre alte und seit mehr als 78 Jahren verschollene geglaubte römische Marmorbüste kehrt zurück ins Aschaffenburger Pompejanum. Das zwischen 100 vor und 100 nach Christus angefertigte Marmorporträt eines jungen Mannes galt seit 1945 als vermisst, wie die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung am Mittwoch mitteilte. Wenige Wochen nach der kriegsbedingten Auslagerung sei die Marmorbüste aus dem Lagergebäude verschwunden. 2018 tauchte sie in den USA in einem texanischen Trödelladen auf.
Am Donnerstag kommender Woche (6. Juli) soll die Rückholung der Büste um 11 Uhr gefeiert werden. An diesem Tag hat das Pompejanum bis 20 Uhr geöffnet, der Eintritt ist zudem kostenlos. Die Büste war im Jahr 1850 zusammen mit einem weiteren römischen Marmorporträt im Tablinum - dem Repräsentationsraum eines römischen Hauses - aufgestellt worden. Nach der Wiederentdeckung unterstützte das San Antonio Museum of Art im texanischen Austin die Rückholung des antiken Kopfes nach Bayern, heißt es in der Mitteilung.
Das Pompejanum in Aschaffenburg ist eine ideale Nachbildung eines römischen Wohnhauses. König Ludwig I. ließ das Gebäude - angeregt durch die Ausgrabungen in Pompeji - von 1840 bis 1848 durch Friedrich von Gärtner errichten. Um das Pompejanum erstreckt sich eine kleine Gartenpartie, die erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Hier sollte eine "mediterrane Ideallandschaft" entstehen. Das Pompejanum ist heute im Besitz des Freistaates Bayern und wird von der Schlösser-, Gärten- und Seenverwaltung bewirtschaftet.