Rummelsberg (epd). Noch bis Jahresende laufen in Rummelsberg die Abbrucharbeiten am ehemaligen Tageszentrum der Diakonie. Wie der Immobilienverantwortliche der Rummelsberger, Stefan Bürner, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag auf Anfrage sagte, werde dann im kommenden Frühjahr das Gelände verfüllt und "ordentlich gemacht". Das heißt: Es wird erst einmal begrünt, denn eine Entscheidung zur Nachnutzung des Geländes sei noch nicht gefällt worden, erläuterte Bürner.

Der geplante Abriss des Tagungszentrums, in dem früher auch die Gemeindeakademie der Landeskirche zuhause war, bewegt nicht nur in Rummelsberg seit Jahren die Gemüter. Die laufenden Bauarbeiten wecken bei ehemaligen Mitarbeitenden Erinnerungen. Das Gebäude hatte Ende 2021 wegen Brandschutzmängeln schließen müssen. Eine Sanierung des preisgekrönten Baus des Münchner Architekten Hans Busso von Busse wäre teuer gewesen, Diakonie und Landeskirche konnten sich auf keine Finanzierung einigen.

Gemeindeakademie war "Quell kirchlicher Innovation"

Herbert Lindner, zweiter Leiter der Gemeindeakademie nach Gründer Georg Kugler, schreibt dazu, dass für diesen "wichtigen Lernort für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kirche und Diakonie" nach mehr als 50 Jahren "in den aktuellen Sparplänen" kein Platz mehr gewesen sei. Lindner würdigte die Gemeindeakademie als "Quell kirchlicher Innovation", in der beispielsweise neue Gottesdienstformen erarbeitet und neue Formen der Gemeindeentwicklung erprobt, weiterentwickelt und in ihrer Umsetzung begleitet wurden.

"Der jetzige Abriss markiert einen doppelten Einschnitt", schreibt Lindner, denn nicht nur das Gebäude in Rummelsberg verschwinde, auch die eigenständige Institution Gemeindeakademie sei in der "Wirkstatt" der Landeskirche aufgegangen. Dieser neu gebildete Verbund kirchlicher Dienste wird bald auf dem Evangelischen Campus in Nürnberg seinen Sitz beziehen. Die inhaltliche Arbeit der Gemeindeakademie wird in der seit 2025 bestehenden "Wirkstatt" fortgeführt, heißt es.