Kirchengemeinden in ganz Deutschland feiern Anfang Oktober das Erntedankfest, heuer wird am 4. Oktober 2026 gefeiert. In Gottesdiensten bedanken sich Christen für die Ernte eines Jahres und erinnern damit an die Verbindung von Mensch und Schöpfung. Die Altäre werden in den Kirchen mit Feldfrüchten geschmückt. Kindern soll das Erntedankfest die Zyklen des Jahreslaufs und der Nahrungsproduktion bewusst machen.
Das Datum für das Fest orientiert sich heute an den Wochenenden. So wird in der Regel immer am ersten Sonntag nach dem Michaelistag am 29. September gefeiert.
Geschichte des Erntedankfestes
Erntedank ist wohl einer der ältesten Feiertage der Weltgeschichte, alle frühen Ackerbaukulturen blickten dankbar auf ihre Ernte. Früher war die Ernte als landwirtschaftlicher Faktor zentral. Oft hing die Existenz der Menschen an den Erträgen ihrer Felder. Der Dank für die Ernte taucht in den meisten Religionsgemeinschaften auf. Im jüdischen Festkalender etwa mit dem Wochenfest Schavuot oder dem Laubhüttenfest Sukkot. Im christlichen Rom wurden früh schon die Quatember mit dem Erntedank verbunden. Diese altrömische Sitte wurde dann von Bischofskonferenzen im deutschen Sprachgebiet übernommen.
Wie wird das Erntedankfest gefeiert?
Der Gottesdienst an Erntedank ist für viele Gemeinden ein wichtiges Ereignis. Der Altar wird geschmückt, mit Obst, Getreide oder Gemüse. Oft gibt es Festzüge oder Spielmannszüge im Ort, bei denen die Kühe geschmückt werden und die Menschen ihre Tracht tragen.
In den Gottesdiensten geht es meist um die Schöpfung. Das Fest verdeutlicht, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Denn der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung. Oft spielen die Themen Tier- und Umweltschutz, Gentechnik und Verschwendung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle in den Predigten.
Mit der Bitte des Vaterunsers "unser tägliches Brot gib uns heute" wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Kirchengemeinden organisieren zum Erntedank-Sonntag oft Solidaritätsaktionen für Not leidende Menschen und sammeln Spenden.
Erntedank und Thanksgiving
Die Tradtion, ein Erntedankfest zu feiern, ist auch in anderen Ländern bekannt. In den USA wird beispielsweise am vierten Donnerstag im November Thanksgiving gefeiert. Dabei gedenken die Amerikaner der Landung der Pilgerväter in Massachusetts im Jahr 1621. Für die Indigenen im Land dagegen ist Thanksgiving ein Tag der Trauer.
Anders als in Deutschland ist der Tag kein rein kirchlicher, sondern ein ziviler Feiertag. Traditionell wird im Familienkreis ein Truthahn verspeist.