Ansbach (epd). Mehr Anstrengung bei der Inklusion hat der Aktivist, Autor und Podcaster Raul Krauthausen gefordert. "Inklusion ist nicht Bullerbü", sagte der 42-Jährige, der am Freitag den Bildungspreis 2023 der Hochschule Ansbach entgegennahm, laut Pressemitteilung in seiner Rede. Inklusion sei das Annehmen und Aushalten von menschlicher Vielfalt, betonte Krauthausen. Das bedeute nicht, "Behinderung mitzudenken, wenn jemand anwesend ist, sondern Behinderung permanent mitzudenken".

Krauthausen gab sich kämpferisch: Die Zeit des Wünschens sei vorbei. "Ab jetzt ist es die Zeit der Forderungen, der Gesetze - und notfalls auch des Klagens." Der Preisträger nahm auch die Hochschule in die Pflicht, die weitere barrierefreie Umbauten angekündigt hatte. "Ich werde in einem Jahr zur nächsten Preisverleihung wiederkommen und ich werde gucken, was geschehen ist."

Die Hochschule Ansbach ehrte Raul Krauthausen für seinen Einsatz im Bereich Bildung, Vielfalt und Inklusion. Anschließend durfte der Inklusionsaktivist einen Hörsaal einweihen, der ein Jahr lang seinen Namen trägt. Die Hochschule vergibt den Bildungspreis nach eigenen Angaben seit 2018 und setzt thematisch jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. Die bisherigen Preisträger hießen Düzen Tekkal, Hannes Jaenicke, Lena Meyer-Landrut und Philipp Lahm.