Flossenbürg (epd). Leben an einem Ort, der zum Symbol des Schreckens wurde: Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zeigt vom 6. Juli an die Ausstellung "Nebenan. Die Nachbarschaften der Lager Auschwitz I-III". Sie greife mit dieser Wanderausstellung das Thema "Umgang mit der Vergangenheit zwischen Verdrängen, pragmatischer Nachnutzung und Erinnerung auf", wie die Gedenkstätte am Mittwoch mitteilte. Wie überall an den Orten einstiger Konzentrationslager habe es auch in Flossenbürg nach 1945 dieses Nebeneinander gegeben, hieß es weiter.
Zu sehen seien mehr als 50 Arbeiten der Stuttgarter Fotografen Kai Loges und Andreas Langen, die in den Jahren zwischen 2012 und 2017 auf dem Gelände der ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Stammlager, Auschwitz-Birkenau und Auschwitz-Monowitz sowie ihren direkten Nachbarschaften entstanden seien. Die Fotografen beschränken sich laut Mitteilung nicht darauf, den Ort fotografisch zu dokumentieren, sondern suchten auch das Gespräch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Viele der Interviewten lebten bereits seit Generationen in Oświęcim (Auschwitz) und Brzezinka (Birkenau). Sie oder ihre Familien wurden von den deutschen Besatzern vertrieben und ihre Häuser zerstört. Nicht wenige Familien kehrten nach dem Krieg zurück und bauten ihre Häuser auf den Ruinen der Lager wieder auf. Die Fotografien und Interviews dokumentierten eindrücklich, wie Grauen und Alltag miteinander verwoben sind.
Mit der Fotoausstellung "Nebenan" knüpfe die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg an die Ausstellungen und künstlerischen Interventionen der vergangenen Jahre auf dem Gelände des einstigen KZ-Steinbruchs an. In einem ergänzenden Ausstellungsmodul im ehemaligen "Gefolgschaftssaal" der Deutschen Erd- und Steinwerke (DESt) werden Fotografien des Fotoklubs Flossenbürg gezeigt. Sie dokumentierten die sich mit den Jahren wandelnden Blicke auf den Ort Flossenbürg, das ehemalige Konzentrationslager und seine Überreste. Die Ausstellung ist eine Leihgabe des Landesmuseums Württemberg und ist in Flossenbürg bis zum 8. Oktober zu sehen..