München (epd). Mehr Anstrengung bei der Aktivierung von Arbeitskräften hat die bayerische Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) gefordert. Angesichts der im Juni leicht gestiegenen Arbeitslosenzahlen im Freistaat müssten beispielsweise ausländische Berufsabschlüsse schneller anerkannt werden, sagte Scharf laut einer Pressemitteilung vom Freitag. Um den Fach- und Arbeitskräftemangel zu beheben, "müssen wir alle in- und ausländischen Potenziale auf dem Arbeitsmarkt aktivieren", erklärte die Ministerin.
Die Bundesagentur für Arbeit hatte in ihrem Bericht für Juni einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland festgestellt. Im Vergleich zum Vormonat sind demzufolge rund 11.000 Menschen mehr ohne Beschäftigung - insgesamt 2,555 Millionen deutschlandweit. Auch in Bayern stieg die Zahl der Arbeitslosen von Mai auf Juni um 0,5 Prozent an. Insgesamt sind im Freistaat aktuell 243.962 Menschen ohne Arbeit - das sind 5,8 Prozent mehr als noch im Juni 2022.
Damit mehr Fachkräfte in der Pflege arbeiten können, kündigte Scharf eine "fast lane" an. Ab 1. Juli sollten auf dieser Behörden-"Schnellspur" Anerkennungsverfahren für Pflegekräfte zentralisiert werden. Das sei die Grundlage für eine bayernweit einheitliche, zügige Verfahrensabwicklung. Das Pilotprojekt solle auch auf andere Berufsgruppen ausgeweitet werden, so Scharf.