Augsburg (epd). Das Jüdische Museum und die Israelitische Kultusgemeinde Augsburg feiern am 3. September gemeinsam den Europäischen Tag der jüdischen Kultur. An beiden Standorten des Museums in der Halderstraße sowie im Stadtteil Kriegshaber gibt es freien Eintritt sowie Lesungen, Führungen, Konzerte und Workshops für Erwachsene und Kinder, wie das Jüdische Museum mitteilte. Das Motto lautet in diesem Jahr "Memory - Erinnerung".
In der Großen Synagoge in der Halderstraße werden Briefe von Emigranten vorgelesen, die die Augsburger Gemeinde während des Nationalsozialismus verlassen mussten. Die persönlichen Geschichten spiegelten die schmerzhaften Erfahrungen wider, die mit dem Verlust der Heimat verbunden waren, hieß es in der Mitteilung. Ein Podiumsgespräch blickt anschließend auf den Neuanfang der Gemeinde nach 1945 zurück und das jüdische Leben, das sich seitdem dort entwickelt hat. Dabei erinnern sich die heutigen Gemeindemitglieder, die ihre Wurzeln zu 90 Prozent in Staaten der ehemaligen Sowjetunion haben, an ihre Ankunft in Augsburg und die Bedeutung, die die Synagoge für sie hatte und hat. Im Brunnenhof des Synagogengebäudes werden jüdische Spezialitäten und Getränke angeboten.
Um Erinnerungen an die Große Synagoge in der Halderstraße und die Ehemalige Synagoge Kriegshaber zu sammeln, lädt das Jüdische Museum Augsburg alle Bürger ein, am 3. September Erinnerungen in Form von Fotos, Dokumenten oder niedergeschriebenen Anekdoten mitzubringen. Sie sollen vor Ort in einer Collage präsentiert werden.
Den Europäischen Tag der jüdischen Kultur veranstalten jüdische und nichtjüdische Einrichtungen seit 1999 jährlich in etwa 30 Ländern am ersten Sonntag im September, um das historische und kulturelle Erbe der Jüdinnen und Juden in Europa bekannter zu machen.