Augsburg, Dayton (epd). Friedensstadt trifft Friedensstadt: Eine Augsburger Delegation ist wenige Tage vor dem Hohen Friedensfest zu Besuch in der US-Partnerstadt Dayton. Ein besonderer Höhepunkt sei der Besuch der Wright-Patterson Air Base gewesen, teilte die Stadt Augsburg am Dienstag mit. 1995 fanden dort die Verhandlungen für die Beendigung des Jugoslawienkrieges statt. Das dort ausgehandelte Friedensabkommen wurde am 14. Dezember 1995 in Paris unterzeichnet.
Am Dienstagabend ist eine Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren geplant. Mit 80 symbolischen Glockenschlägen soll an das Kriegsende erinnert und zugleich ein starkes Zeichen gegen Krieg und für den Frieden gesetzt werden. Ein Fokus des Besuchs liegt laut Stadtangaben auf dem Friedensdialog. So stehe ein Besuch des International Peace Museums auf dem Programm, außerdem Gespräche mit lokalen Friedensinitiativen über Friedensarbeit und Erinnerungskultur.
Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) sagte laut Mitteilung, dass Friedensarbeit im Lokalen beginne, mit Menschen, die Verantwortung übernähmen und den Dialog suchten. "Unsere Städtepartnerschaft mit Dayton lebt genau davon: dem Willen, über Grenzen hinweg voneinander zu lernen und gemeinsam Zukunft zu gestalten", sagte Weber. Auch der evangelische Dekan Frank Kreiselmeier ist Teil der Augsburger Delegation, die pünktlich zum Friedensfest am 8. August wieder in Deutschland sein wird.
Das Kulturprogramm des Friedensfestes in Augsburg ist heuer auf drei Monate angelegt, um drei historische Jahrestage zu würdigen: das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren, das Ende des Jugoslawienkrieges vor 30 Jahren und das 375. Augsburger Friedensfest. Das Friedensfest wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August gefeiert. Am 8. August 1629 wurde den Protestanten in Augsburg die Ausübung ihres Glaubens untersagt. Erst im Westfälischen Frieden 1648 erlangten sie die Gleichstellung mit der katholischen Kirche.