München (epd). 350.000 Bäckertüten mit Infos zu psychosozialer Nothilfe: Die Krisendienste Bayern und der Landes-Innungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks haben eine positive Bilanz ihrer Info-Kampagne #MutZurHilfe gezogen. Seit 5. Juli hätten sich über 650 Bäckereifilialen in Bayern an der Aktion beteiligt, die Menschen in seelischer Not dazu ermutigen wollte, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, teilte der Bayerische Bezirketag am Freitag mit.

In vielen Betrieben sei an der Ladentheke über das Thema gesprochen worden, sagte Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger laut Mitteilung: "Die Kunden reagierten aufmerksam und positiv auf die Aktion." Bezirketagspräsident Franz Löffler dankte den Bäckerinnen und Bäckern für ihr Engagement: Jede Bäckerei habe mit der Tüten-Aktion das Wissen verbreitet, "dass professionelle Hilfe in einer Krise nur einen Anruf entfernt ist".

Ob die Aktion bereits für mehr Anrufe bei den Krisendiensten Bayern gesorgt habe, sei derzeit noch offen. Es sei aber ein Erfolg, dass Krisenhilfe zum Gesprächsthema wurde. "Denn Menschen in Krisen fühlen sich oft alleingelassen, überfordert, hilflos und machtlos", sagte Katjenka Wild, fachliche Leitung der Leitstelle Oberpfalz. Die Aktion habe gezeigt: "Krisen sind normal. Krisen dürfen sichtbar sein. Über Krisen darf gesprochen werden."

Im Jahr 2022 führten die Krisendienste Bayern nach eigenen Angaben 82.473 Telefonate mit Menschen in seelischer Not. Die mobilen Einsatzteams führten 2.973 persönliche Kriseninterventionen durch.