München (epd). Die bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte erhalten in diesem Jahr eine einmalige Pauschale in Höhe von 120 Millionen Euro für die Integration von Flüchtlingen. Weitere 30 Millionen gingen in den Ausbau der bayernweiten Integrationsangebote, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München. Neun Millionen Euro fließen in die Digitalisierung der staatlichen Ausländerbehörden.
Auf dem Flüchtlingsgipfel im Mai hatte der Bund den Ländern für dieses Jahr eine Milliarde Euro mehr an finanzieller Unterstützung für die Versorgung von Flüchtlingen zugesagt. Diese zusätzliche Milliarde sollten die Länder dafür nutzen, ihre Kommunen zu entlasten. Der Bund hatte bislang für dieses Jahr 2,75 Milliarden Euro zugesagt.
Aus der zusätzlichen Milliarde erhält Bayern 159 Millionen Euro. Die Bundesmittel würden voraussichtlich Ende 2023 in Bayern ankommen, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Engagement des Bundes bleibe aber weit hinter dem zurück, was nötig und angemessen wäre, kritisierte Herrmann. "Wir brauchen nach wie vor eine stetige, dynamische und vor allem ausreichende Bundesbeteiligung."
Die Kommunen könnten die Mittel flexibel nach individuellen Bedarfen und Möglichkeiten für die Bereiche Asyl, Integration und Digitalisierung der kommunalen Ausländerbehörden einsetzen, hieß es.
Mit den 30 Millionen Euro für den Ausbau der bayernweiten Integrationsangebote sollen unter anderem 75 befristete Stellen in der Flüchtlings- und Integrationsberatung erhalten sowie 50 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Die Stellenanzahl der Jobbegleiter und Ausbildungsakquisiteure für Flüchtlinge soll von bislang 83 auf 100 Stellen aufgestockt werden. Außerdem werde die Zahl der Integrationslotsen 2024 auf bis zu zwei Vollzeitstellen pro Landkreis und kreisfreie Stadt erhöht, zehn neue Standorte im Bereich der Wertebildung gefördert und mehr ehrenamtliche Sprachkurse unterstützt.