München, Berlin (epd). Unter den Hochschullehrerinnen und -lehrern an bayerischen Universitäten herrscht noch lange keine Geschlechterparität. Das ist das Ergebnis einer Analyse des bundesweit aktiven Verbraucherschutzvereins Berlin/Brandenburg (VSVBB). Der VSVBB hat die Antworten von 42 deutschen Universitäten und Hochschulen zu ihrer Frauenquote ausgewertet, teilte er am Mittwoch mit. Bei den vier befragten bayerischen Hochschulen liegt die Frauenquote bei Professuren überall unter 30 Prozent.

Den größten Anteil von Professorinnen gibt es mit 28,34 Prozent an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Ludwig-Maximilians-Universität München (26,39 Prozent), die Universität Erlangen-Nürnberg (22,43 Prozent) sowie die Universität Regensburg (22,74 Prozent) liegen bei der Frauenquote unterhalb des deutschen Durchschnitts von rund 28 Prozent. Dabei sind laut VSVBB deutschlandweit 52,43 Prozent aller eingeschriebenen Studierenden weiblich. Besonders groß ist die Diskrepanz in Regensburg, wo etwa 60 Prozent aller Studierenden weiblich sind.

Noch immer würden Frauen vergleichsweise selten zu Dekaninnen oder in vergleichbare Führungspositionen gewählt, so die Mitteilung weiter. An sieben befragten Universitäten und Hochschulen gibt es demnach keine einzige Dekanin oder Fakultätsleiterin. Das betrifft auch die Universitäten in Würzburg und Erlangen-Nürnberg. Beim Nachwuchs der Hochschullehrerinnen und -lehrer zeichne sich hingegen ein anderes Bild ab: In Würzburg und Erlangen-Nürnberg sind mit jeweils rund 60 Prozent mehr Junior-Professorinnen als Professoren beschäftigt.

Angelika Menze, Erste Vorsitzende des VSVBB, forderte die deutschen Universitäten dazu auf, mehr zu tun, um auch für die vielen Absolventinnen einen Anreiz für eine akademische Laufbahn zu schaffen. "Dafür ist es aber auch nötig, dass die Studentinnen an deutschen Universitäten und Hochschulen auf möglichst viele weibliche Vorbilder treffen - ein Teufelskreis", sagte sie. An vielen Hochschulen mit Juniorprofessuren gebe es jedoch eine positive Entwicklung hin zu einer größeren Frauenquote.