Weiden (epd). Der Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) fordert die Bundesregierung auf, die flächendeckende Zustellung gedruckter Zeitungen zu fördern. "Zeitungen sind für eine demokratisch verfasste Gesellschaft systemrelevant. Deshalb müssen sie auch allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen, vor allem im ländlichen Raum", sagte Andreas Scherer, Erster Vorsitzender des VBZV am Montag bei der Jahrestagung des Verbandes.
Die Kosten für die Zeitungszustellung seien in den letzten Jahren unter anderem wegen des Mindestlohns sowie hoher Energie- und Papierpreise massiv gestiegen, hieß es weiter. Eine kostendeckende Zustellung sei daher in immer mehr Regionen kaum noch möglich. Die Ampel-Regierung hatte deshalb in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die flächendeckende Versorgung mit Presseerzeugnissen zu gewährleisten und Fördermöglichkeiten zu prüfen. Ein Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums belegt laut VBZV inzwischen die Notwendigkeit und Zulässigkeit einer Bundespresseförderung.
Die Zustellförderung müsse keine Dauerlösung sein, sagte der VBZV-Vorsitzende Scherer, sondern solle die Zeit bis zur kompletten digitalen Transformation überbrücken. "Aber bis jeder Abonnent sein digitales Presseprodukt nutzen kann und will, dauert es noch einige Jahre." Vor allem für ältere Menschen und auf dem Land sei die gedruckte Tageszeitung bis auf Weiteres unersetzlich.
Der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) zeigte in seiner Gastrede auf der Jahrestagung Verständnis für die Forderung der Verleger nach einer Bundespresseförderung. Der Freistaat werde dieses Anliegen "mit Kräften unterstützen", sagte Füracker. "In Zeiten von Informationsflut und Desinformationskampagnen leisten Heimatzeitungen einen wichtigen Beitrag dazu, dass Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Themen seriös informiert werden." Objektiver und unabhängiger Journalismus sei "für die Meinungsbildung in unserer lebendigen Demokratie von herausragender Bedeutung".
Im Verband Bayerischer Zeitungsverleger e. V. (VBZV) haben sich 32 bayerische Zeitungsverlage, 5 digitale Tochterunternehmen und 8 persönliche Mitglieder zusammengeschlossen.