München (epd). Der Bayerische Jugendring (BJR) hat sich in München zu einem Werkstattgespräch mit den Spitzen des Jugend-, Gesundheits- und Kultusministeriums getroffen, um über die psychische Belastung junger Menschen zu reden. "Jetzt ist zum einen die stärkere Vernetzung der Disziplinen wichtig", sagte BJR-Präsident Philipp Seitz nach dem Gespräch laut einer Pressemitteilung vom Mittwoch. "Zum anderen brauchen wir aussagekräftige Daten dazu, inwiefern die Kinder- und Jugendarbeit von der zunehmenden Zahl psychisch belasteter oder erkrankter junger Menschen betroffen ist." Nur auf dieser Basis könnten passgenaue Maßnahmen entwickelt werden.
Psychische Erkrankungen und Belastungen junger Menschen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen und sind mittlerweile zu einem vorrangigen Thema geworden für alle, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, so die Mitteilung weiter. Die Herausforderungen in Gruppenstunden, Jugendzentren oder bei Ferienfreizeiten würden immer größer. Kinder und Jugendliche, aber auch die Ehrenamtlichen und Fachkräfte, brauchen demnach besondere Unterstützung.
"Jugendliche brauchen sozialen Halt und ein sicheres Umfeld", sagte Jugendministerin Ulrike Scharf (CSU) laut Mitteilung. Sie lobte den Einsatz der Jugendarbeit und betonte die Notwendigkeit, junge Menschen auch im digitalen Raum niedrigschwellig zu unterstützen. Laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) muss das bereits auf hohem Niveau arbeitende psychiatrische und psychosoziale Hilfesystem konsequent weiterentwickelt und verbessert werden. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder und Jugendliche monatelang auf einen Psychotherapieplatz warten müssen", sagte der Minister. Für einen offenen Umgang mit dem Thema psychischer Erkrankungen an Schulen warb Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).
Der BJR hat in den vergangenen drei Jahren laut eigenen Angaben drei landesweite Fachtage und sieben Bezirks-Fachtagungen zum Thema veranstaltet und eine Arbeitshilfe sowie ein jugendpolitisches Positionspapier herausgegeben. Er pflegt eine enge fachliche Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit und der Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern.