Erlangen (epd). Mit 1.500 Studienteilnehmenden aus ganz Bayern ist das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) das größte Demenzregister in Deutschland. Es gehört außerdem zu den umfangreichsten Projekten zur Erfassung von Langzeitdaten in der Europäischen Union, teilte die Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) am Dienstag mit. Mithilfe von digiDEM sollen bedenkliche Nebenwirkungen von aktuell neu entwickelten Alzheimer-Medikamenten langfristig erfasst und unabhängig bewertet werden. Es werden außerdem digitale Angebote für Menschen mit Demenz sowie Angehörige und Ehrenamtliche entwickelt.

Um weitere Teilnehmende zu finden, organisieren die Forschenden Demenz-Screeningtage in ländlichen Regionen. "Insbesondere freut uns, dass wir viele Menschen in der sehr frühen Phase der Demenz in unser Register aufnehmen können. Das gibt uns die Möglichkeit, den gesamten Krankheitsverlauf zu begleiten", sagte der Neurologe und Projektleiter Peter Kolominsky-Rabas laut Mitteilung. Bei den regionalen Demenz-Screeningtagen können Interessierte vor Ort ihre Gedächtnisleistung überprüfen lassen. Zeigen sich bei der Früherkennung Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen, haben Betroffene später die Möglichkeit, freiwillig und anonymisiert ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen.

Seit kurzem gibt es demnach auch einen Online-Fragebogen für pflegende Angehörige, der sich innerhalb von 15 Minuten ausfüllen lasse. Am Ende stehen zwei Ergebnisse zur weiterführenden Orientierung: eine individuelle Auswertung der eigenen Versorgungsbedarfe und eine maßgeschneiderte Übersicht über hilfreiche Unterstützungsangebote.

In dem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) geförderten Forschungsvorhaben der FAU, des Uniklinikums Erlangen und des Innovationsclusters Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg erheben die Wissenschaftler in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns Daten zur Versorgung und Behandlung von Menschen mit Demenz sowie ihren pflegenden An- und Zugehörigen.