München (epd). Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) will über eine Bundesratsinitiative das sogenannte begleitete Trinken abschaffen. Sie betonte am Freitag vor der Einbringung einer Bundesrats-Initiative der bayerischen Staatsregierung laut Mitteilung: "Für junge Menschen ist Alkohol besonders gefährlich. So kann Alkohol die Entwicklung des Gehirns und anderer Organe nachhaltig beeinträchtigen."
"Begleitetes Trinken" bedeutet, dass Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren bestimmte alkoholische Getränke in Begleitung einer sorgeberechtigten Person kaufen und trinken dürfen - zum Beispiel Wein oder Bier. Geregelt ist das im Jugendschutzgesetz, erläuterte Gerlach: "Diese Ausnahme ist aus der Zeit gefallen und schwächt den Jugendschutz." Diese "veraltete" Regelung verharmlose, was Alkohol bei jungen Menschen anrichten kann.
Die bayerische Gesundheitsministerin betonte, dass das Beisein der Eltern beim Alkoholkonsum die Problematik sogar verschärfen könne. "Denn dadurch wird den Kindern signalisiert, dass das Trinken von den Eltern unterstützt wird", sagte sie. Ihr Ziel sei es, Jugendliche vor den gesundheitlichen Gefahren besonders des frühen Trinkens zu bewahren: "Es geht nicht um Tradition, sondern um den Schutz unserer Kinder."