München (epd). Trotz des Angriffskriegs Putins darf nach Überzeugung des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm der Kontakt zu Russland nicht abreißen. Es sei "völlig falsch", die gewachsenen Beziehungen in Kultur, Sport und Wissenschaft oder bei Städtepartnerschaften abzubrechen, sagte der evangelische Theologe in einem Interview mit der Münchner Straßenzeitung BISS. Denn diese Kontakte seien eine "Informationskultur" gegen die Putin-Propaganda.
Die Kontakte und Gespräche zu Russland sind Redford-Strom zufolge auch eine Aufgabe für die Kirchen. Er habe die Hoffnung, dass sich bis Oktober ein Runder Tisch mit der Russisch-Orthodoxen Kirche realisieren lasse, sagte der Bischof, der auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen ist, in dem weltweit rund 580 Millionen Christen in 120 Ländern zusammengeschlossen sind. Die Russisch-Orthodoxe Kirche, die 120 Millionen Mitglieder hat, sei grundsätzlich zu einem Runden Tisch bereit, müsse das aber noch in den eigenen Gremien klären.