München (epd). Im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) wünschen sich Medienunternehmen laut einer aktuellen Befragung vor allem Zusammenarbeit. 91,7 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) wollten mit anderen Medienunternehmen kooperieren, 90,5 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am Montag mit. Befragt wurden 204 Mitglieder des AI for Media Network, einem Netzwerk des BR für KI und Journalismus in der DACH-Region. Die Umfrage entstand in Zusammenarbeit von BR, der Ludwig-Maximilians-Universität und der Universität der Bundeswehr in München sowie der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Mehr als 80 Prozent der Befragten nahmen in ihren Unternehmen eine befürwortende Haltung gegenüber KI wahr. Genutzt werde KI vor allem für Übersetzungen, Transkriptionen, Recherche, Themenfindung sowie die Produktion und Bearbeitung von Texten, so die Ergebnisse der Umfrage. Als Chance für den Journalismus sahen die befragten Medienhäuser Effizienzgewinne durch den Einsatz von KI, die Entlastung von Routineaufgaben, neue journalistische Formate und bessere Möglichkeiten bei Analyse, Verifikation und Barrierefreiheit. Als Risiken nannten sie vor allem Desinformation, KI-Fakes, verzerrte Daten, den Verlust journalistischer Kompetenzen sowie Abhängigkeiten von großen Technologieunternehmen.

Geeignete Strukturen und gemeinsame Standards

Nachholbedarf sehen die Befragten bei der technischen Integration von KI und bei der Datenkompetenz. Für einen erfolgreichen Einsatz brauche es neben technologischen Lösungen auch Know-how, geeignete Strukturen und gemeinsame Standards.

Das AI for Media Network wurde 2024 gegründet und zählt inzwischen mehr als 1.400 Mitglieder.