Bindlach (epd). Für die bayerischen Bezirke sind der Fachkräftemangel sowie die Frage der Finanzierung der sozialen Leistungen die beiden derzeit größten Herausforderungen. "Wobei die fehlenden Arbeitskräfte für uns das ungleich schwerer zu lösende Problem darstellen", sagte Bezirketagspräsident Franz Löffler in einer Mitteilung zur Vollversammlung des Bayerischen Bezirketags in Bindlach am Donnerstag.

In Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Pflegeeinrichtungen oder auch in psychiatrischen Fachkliniken sei der Fachkräftemangel zu spüren. Es brauche deshalb eine ehrliche Debatte darüber, was für eine gute Versorgung für Menschen mit Unterstützungsbedarf wirklich notwendig sei. Zudem machten Inflation und Preissteigerungen keinen Halt vor den Angeboten für Menschen mit Behinderung, Pflegebedarf oder psychischen Erkrankungen. Eine Lösungsmöglichkeit sei, möglichst frühzeitig Betroffene und ihre Angehörigen bei der Pflege zu Hause zu unterstützen.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel wünsche sich Löffler von der Politik vor allem mehr Flexibilität bei den ordnungsrechtlichen Vorgaben und den Personalschlüsseln. Auch die finanzielle Ausstattung der dritten kommunalen Ebene bereitet den Bezirken laut Mitteilung zunehmend Sorge. Die Forderung nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung auch des Freistaats ist eine von 23 Forderungen, die die Delegierten aus den Bezirken bei der Vollversammlung für die Landtagswahl verabschiedet haben.

Weitere Forderungen sind unter anderem ein Wahlrecht für EU-Bürger bei Bezirkswahlen, die Schaffung von Drogenkonsumräumen für chronisch Abhängige sowie eine finanzielle und personelle Ausstattung für Schulen, um echte Inklusion leisten zu können.