München (epd). Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni (Dienstag) hat der Bayerische Jugendring (BJR) auf die verschlechterte Situation von minderjährigen Schutzsuchenden über 12 Jahre hingewiesen. Grund sei insbesondere der Anfang Juni beschlossene europäische Asylkompromiss, teilte der BJR am Montag in München mit. Er beinhaltet, dass auch Jugendliche ab 12 Jahren in Lagern oder Einrichtungen an den EU-Außengrenzen untergebracht werden sollen, unabhängig davon, ob sie alleine oder in Begleitung Erwachsener sind. In diesen Lagern sollen alle Menschen, die aus Ländern kommen, aus denen nur wenige Flüchtlinge in Europa anerkannt werden, ausharren, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist. Sie sollen von dort aus zurückgeschickt werden, wenn sie kein Bleiberecht erhalten.
Der BJR fordert, dass begleitete und unbegleitete junge Menschen sowie Familien vom vorgeschlagenen Grenzverfahren ausgenommen werden und ein jugendgerechtes Verfahren erhalten. "Es sind vor allem junge Menschen unter 18 Jahre, die bei uns Schutz suchen vor Kriegen, Katastrophen oder Verfolgung", sagte BJR-Präsident Philipp Seitz. Sie müssten ihre Jugend in einem für sie fremden Land verbringen, deshalb sei es umso wichtiger, sie willkommen zu heißen und für sie einen Ort der Beteiligung und des Engagements zu schaffen. "Auch geflüchtete Jugendliche haben ein Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft und die Verwirklichung eigener Interessen", sagte Seitz.
Im Projekt "ju&mi - Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft" des BJR werden Haupt- und Ehrenamtliche dabei unterstützt, ihre Organisationen und Angebote vielfaltssensibel zu gestalten, Hürden für junge Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografien abzubauen und Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung zu zeigen. Der Bayerische Jugendring ist eine Arbeitsgemeinschaft, der 35 landesweite und 38 regionale Jugendverbände und 323 örtliche Jugendgruppen in Bayern angehören.