Landshut (epd). Im Fall zweier Anschläge auf ein unbewohntes Flüchtlingszelt im niederbayerischen Marklkofen ist das Urteil ergangen. Die Richter des Amtgerichts Landshut verurteilten am Montag einen 57-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten ohne Bewährung. Die Vorwürfe lauteten Brandstiftung, versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung, sagte ein Gerichtssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. Die Richter gingen von einer fremdenfeindlichen Tatmotivation aus. Der Angeklagte hatte gestanden, vor den Richtern aber gesagt: "Wer ist schon Freund von Ausländern?"
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann am 31. Januar 2023 in einem Zelt für ukrainische Flüchtlinge Feuer legte. Dieses erlosch jedoch von selbst. Als der Mann es zwei Tage später erneut versuchte, entzündete sich ein Teil des Zeltes. Verletzt wurde bei den Taten in Marklkofen niemand, weil das Wohnzelt für ukrainische Kriegsflüchtlinge erst ab Mitte Februar bezogen werden sollte. Der Sachschaden belief sich auf 30.000 Euro.
Die Staatsanwaltschaft hatte laut Gerichtsangaben zwei Jahre und zwei Monate ohne Bewährung gefordert. Der Verteidiger plädierte auf ein Jahr und zehn Monate mit Bewährung. Der Angeklagte bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.