München (epd). Rund 130 Personen von mehr als 30 Organisationen haben am Montagmorgen vor dem Europäischen Patentamt in München gegen die neuen Gentechnik-Pläne der EU protestiert. Sogenannte Neue Gentechniken (NGT) sollen für den Einsatz in der Landwirtschaft freigegeben werden, moniert das Bündnis für eine gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft in Bayern. Am 5. Juli hatte die EU-Kommission ihre Vorschläge für eine Neufassung der Gesetzgebung zur Gentechnik in der Landwirtschaft vorgelegt.

Der Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN) in Bayern, Richard Mergner, sagte, er sei entsetzt, "mit welcher Dreistigkeit und Offensichtlichkeit die EU-Kommission den Wünschen der Agrogentechniklobby folgt" und damit die Interessen der Verbraucher und Landwirte ignoriere. Johann Leis vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Bayern sagte, die Landwirte hätten viel in ihre Lieferketten investiert, um so den Verbrauchern "nachvollziehbar gentechnikfreie Produkte zu bieten". Dies sei nun in Gefahr.

Jutta Saumweber von der Verbraucherschutzzentrale Bayern sprach von einem "Frontalangriff auf den Verbraucherschutz und die Wahlfreiheit". Lebens- und Futtermittel, die mit NGT-Verfahren hergestellt werden, müssten auch als gentechnisch veränderte Produkte gekennzeichnet werden. Verbraucher müssten weiterhin "selbst entscheiden können, ob sie gentechnisch veränderte Lebensmittel kaufen wollen oder nicht". Die EU-Kommission verwässere die Risikoprüfung und heble das Vorsorgeprinzip bewusst aus.

Dem Bündnis gehören mehr als 30 Organisationen an, darunter verschiedene Bio-Anbauverbände, Umwelt- und Naturschutzverbände, aber auch Verbände der Bäuerinnen und Bauern, der Imkerinnen und Imker sowie kirchennahe Organisationen.