München, Burghausen (epd). Bei der Salzach-Demo des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) und anderen Verbänden haben sich am Samstag in Burghausen (Kreis Altötting) 200 Teilnehmer für eine naturnahe Zukunft der Salzach eingesetzt. Mit ihren 60 Kilometern ohne Stauwehre, von Salzburg bis zu ihrer Mündung in den Inn, sei die Salzach in Bayern einzigartig, teilte der BN am Samstag in München mit. Als Bayerns letzter Voralpenfluss ohne Wasserkraftwerke sei die Salzach ein Naturschatz von landesweiter Bedeutung.
Allerdings plane die Österreichische Verbund AG mit Unterstützung der bayerischen Staatsregierung ein Wasserkraftwerk im "Tittmoninger Becken" zwischen Laufen und Burghausen. "Das Projekt wäre eine Katastrophe für die Salzach", erklärte der BN-Vorsitzende Richard Mergner. "Das Kraftwerk würde Fische schädigen und den Fluss noch weiter von der Aue abschneiden." Der Rückstau werde zur Ablagerung von Feinsediment führen und damit das Flussbett als Lebensraum zerstören. Das angeblich "ökologisch harmlose" Kraftwerk würde laut Mergner das Ende für eine naturnahe Weiterentwicklung der Salzach bedeuten.
Auftakt der gemeinsamen Demonstration des bayerischen Kanuverbandes, des BN und der "Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach" bildete eine Fahrt auf einer historischen Plätte von Tittmoning nach Burghausen. An der Abschlusskundgebung am Burghausener Stadtplatz nahm auch Gisela Sengl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtag, teil. Es sprachen Vertreter des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz und des Landesfischereiverbands Bayern.
Einem Appell des BN zur Salzach haben sich bisher über 7.000 Menschen angeschlossen. In Österreich, so der BN, würden das durch die Begradigung in Mitleidenschaft gezogene Flussbett und die Aue der Salzach schon seit einigen Jahren saniert. Auch in Bayern sei begonnen worden, die Ufer naturnah aufzuweiten. Gleichzeitig würden die Pläne für das Wasserkraftwerk vorangetrieben, und das mitten im Schutzgebiet.
Der BN ist nach eigenen Angaben mit über 265.000 Mitgliedern und Förderern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns.