Wolkersdorf (epd). Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat die geplante Ausweitung des Sandabbaus bei Wolkersdorf nördlich von Schwabach scharf kritisiert. Das Vorhaben sei mit dem Schutz des Waldes, des Landschaftsbildes und des Grundwassers unvereinbar, teilte der BN am Freitag mit. Der im vergangenen Jahr vorgelegte Rahmenbetriebsplan sehe eine deutliche Erweiterung der Abbaufläche nach Süden vor.

Nach Angaben des BN sollen rund 16 Hektar neu abgebaut werden, davon mehr als 10 Hektar im Waldgebiet Teufelsholz. Dort wachse ein ökologisch wertvoller Wald mit seltenen Arten, der als Rückzugsraum für viele Tiere diene. Der Verband verwies unter anderem auf mehr als 250 nachgewiesene Arten totholzbewohnender Käfer, darunter zahlreiche gefährdete Arten, sowie auf mehrere Fledermaus- und Spechtarten.

BN fordert Ablehnung des Rahmenbetriebsplans

BN-Regionalreferent Jonas Kaufmann sprach von einer "indiskutablen" Planung mitten im Ballungsraum. Das Gebiet liege direkt neben dem Rednitztal und nur rund 100 Meter von der Nürnberger Stadtgrenze entfernt. Schon jetzt sei dort ein großes Loch in der Landschaft entstanden, das für Bürger nicht mehr zugänglich sei. Auch die Wegbeziehungen im Wald würden durch den Sandabbau zerstört, kritisierte der Verband.

Als problematisch bewertet der BN auch die Lage im Landschaftsschutzgebiet "Kappelberg und Ellbogental". Dort seien Eingriffe dann untersagt, wenn sie den Charakter des Gebiets veränderten oder den Naturgenuss beeinträchtigten. Zudem warnte der BN vor Folgen für das Grundwasser. Die Planungsunterlagen beschrieben den Standort selbst als hydrogeologisch empfindlich, mit Beziehungen zum nahegelegenen Rednitztal.

Die spätere Verfüllung der Grube mit angeblich unbelastetem Material biete laut BN keine ausreichende Sicherheit. Schädliche Einträge ins Grundwasser könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Damit sei auch das benachbarte EU-Schutzgebiet Rednitztal gefährdet. Die Naturschützer fordern von der Regierung von Oberfranken als zuständiger Genehmigungsbehörde, den Rahmenbetriebsplan abzulehnen.