Nürnberg (epd). Rund 57 Prozent der deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr laut einer Umfrage Menschen mit Fluchterfahrung eingestellt. Das sei ein leichter Anstieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zur ersten Befragung 2024, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Montag mit. Außerdem hätten diesmal 66 Prozent der Betriebe angegeben, "zunehmend Erfahrungen mit geflüchteten Menschen" zu sammeln - 2024 waren es noch 50 Prozent. Insgesamt zeige sich somit eine "hohe Bereitschaft" der Unternehmen zur Integration geflüchteter Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt. An der Umfrage der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) hatten sich den Angaben zufolge 314 Unternehmen beteiligt.

Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen bei der Bundesagentur für Arbeit und Vorstandsmitglied der DGFP, wertete die Umfrage-Ergebnisse als Fortschritt: "Immer mehr Unternehmen sammeln zunehmend positive Erfahrungen mit geflüchteten Menschen", sagte Terzenbach. Nur sechs Prozent der Arbeitgeber hatten angegeben, negative Erfahrungen gemacht zu haben. Gleichzeitig werde für die Betriebe "der Vorteil deutlicher, etwas gegen den Arbeits- oder Fachkräftemangel zu tun".

Als größte Hürden bei der Arbeitsmarktintegration nannten die Unternehmen hingegen sprachliche Defizite (90 Prozent), die Zusammenarbeit mit den Behörden (59,6 Prozent), komplexe Verfahren (54,3 Prozent), kulturelle Unterschiede (49 Prozent) und einen hohen Betreuungsaufwand (40,4 Prozent). Allerdings gaben nur fünf Prozent der Befragten an, dass diese Schwierigkeiten nicht überwindbar seien. Das Fazit der Umfrage laute daher: "Das Potenzial geflüchteter Menschen für den deutschen Arbeitsmarkt wird zunehmend anerkannt und gewinnt an Bedeutung", so DGFP und Bundesagentur.