München, Schleiden (epd). Das bundesweite Wildtiermonitoring in deutschen Großschutzgebieten wird fortgesetzt. Vorangegangene Zählergebnisse in Nationalparks durch automatische Wildtierkameras zur Erfassung von Rothirschen, Rehen, Wildschweinen, Wölfen oder Luchsen aus den Jahren 2019 bis 2020 sollen mithilfe neuer Ergebnisse eines Monitorings seit Anfang Juni vergleichbar werden, teilte das Nationalparkforstamt Eifel am Montag in Schleiden mit.
"Das Monitoring der Tierpopulationen ist eine wichtige Aufgabe in den Großschutzgebieten, da es Daten zur Entwicklung der Ökosysteme liefert und damit auch eine Bewertungsgrundlage für das Wildtiermanagement liefert", erklärte der in der Nationalparkverwaltung Eifel verantwortliche Projektleiter Sönke Twietmeyer. Allein im Nationalpark Eifel liefern den Angaben nach seit dem 1. Juni insgesamt 62 Fotofallen Daten über die Entwicklung der Tierpopulationen. In einem Jahr könnten die Wissenschaftler dann sagen, wie sich die Bestände im Vergleich zu der ersten Aufnahme verändert haben. Bundesweit sind 782 Fotofallen in elf Nationalparken im Einsatz, wie Christian Fiderer, Projektkoordinator der Universität Freiburg erläuterte.
In der zweiten Monitoringphase sollen auch die Auswirkungen der sich ausbreitenden Wolfpopulationen auf die Huftierpopulationen untersucht werden. Begleitet werde das Projekt außerdem durch drei weitere Untersuchungsgebiete in Deutschland, der Schweiz und Rumänien, wobei insgesamt 1.159 Fotofallen zum Einsatz kommen, hieß es. Von 2019 bis 2020 lieferten die rund 640 automatischen Wildtierkameras aus den neun Nationalparks Bayerischer Wald, Berchtesgaden, Eifel, Hainich, Harz, Hunsrück-Hochwald, Kellerwald-Edersee, Müritz und Schwarzwald sowie im Wildnisgebiet Königsbrücker Heide über 1,2 Millionen Bilder.
Im kommenden Jahr werden den Angaben nach mehrere Millionen Bilder aus den Nationalparks erwartet. An der Universität Freiburg wurde eine Datenbank eingerichtet, auf der die Bilder hochgeladen werden können und auf der anschließend eine automatisierte Auswertung mittels künstlicher Intelligenz stattfindet. Somit könnten zumindest häufigere Arten bestimmt werden, hieß es. Bilder von nicht ganz so häufige Arten wie beispielsweise Wildkatze und Baummarder müssten noch in "Handarbeit" bearbeitet werden. Dies helfe aber, das Programm zu "trainieren".