München, Berlin (epd). Der vor allem im Bereich Suchthilfe aktive Verein Condrobs fordert die bayerische Staatsregierung auf, ihre Blockadehaltung beim "Drug Checking" aufzugeben. "Auch in Bayern sollte die Politik nicht länger die Realität ignorieren", sagte Condrobs-Vorständin Katrin Bahr laut einer Mitteilung vom Montag. Der Beweis, dass "Drug Checking" den Drogenkonsum senke und dadurch Menschenleben rette, sei bereits in vielen Ländern erbracht worden. Deshalb fordere man, dieses Angebot bundesweit einzuführen.
Der Bundestag habe jüngst ein "wegweisendes Gesetz" zur Freigabe des "Drug Checking" verabschiedet, um die Suchtmittelprävention in Deutschland zu stärken. Beim "Drug Checking" können Süchtige "unter strenger Einhaltung der Datenschutzbestimmungen anonym und sicher ihre Substanzen testen lassen, um potenzielle Gesundheitsrisiken zu minimieren. Das Modell werde von einer Koalition aus Experten und Organisationen unterstützt - in einigen Bundesländern wie Bayern rege sich aber bereits Widerstand gegen das Vorhaben.
Das Gesundheitsministerium hatte vor kurzem mitgeteilt, dass es "Drug Checking" für "keine geeignete Maßnahme der Schadensminderung für Konsumierende illegaler Drogen" halte. Condrobs hält dem entgegen, dass über dieses Angebot Kontakt zu Konsumentinnen und Konsumenten möglich sei, die durchs bestehende Präventions- und Hilfesystem "bisher kaum erreichbar sind". Darüber hinaus ließen sich durch "Drug Checking" Überdosierungen verhindern und damit Menschenleben retten. Dies abzulehnen, sei "grob fahrlässig".
Der Verein Condrobs sitzt in München und hat nach eigenen Angaben etwa 900 Mitarbeiter. Der Verein ist überkonfessioneller Träger in der Prävention, Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe und in der Migrationsarbeit.