München (epd). Die Bedrohungslage im Bezug auf Cyberkriminalität ist nach Erkenntnissen der bayerischen Staatsregierung so vielschichtig wie nie zuvor. Im Jahr 2025 wurden mehr als 49.400 Fälle von Cybercrime bei der bayerischen Polizei angezeigt - die Dunkelziffer liege vermutlich um ein Vielfaches höher, teilten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Albert Füracker und Justizminister Georg Eisenreich (alle CSU) am Montag bei der Vorstellung des Cyberlageberichts gemeinsam mit.
Künstliche Intelligenz werde zu einem immer wichtigeren Werkzeug für Cyberattacken, so der Bericht weiter. Sie ermögliche es, ohne großes Vorwissen Angriffe durchzuführen. Neben Wirtschaftsunternehmen seien im vergangenen Jahr häufiger Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen angegriffen worden.
Mehr politisch motivierte Angriffe und Desinformationskampagnen
Politisch motivierte Cyberangriffe und Desinformationskampagnen hätten zugenommen, sagte Innenminister Herrmann. Sie stellten für ausländische Nachrichtendienste ein effektives Mittel dar, um Informationen zu beschaffen, Einfluss zu nehmen oder Sabotage zu betreiben. "Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine stellen wir fest, dass die hybride Bedrohung unserer Gesellschaft mit dem kulminierten Auftreten von Spionage, Sabotage, Desinformation und Cyberangriffen ein nie gekanntes Level erreicht hat", so Herrmann.
Darüber hinaus dominierten in Bayern weiterhin klassische Phänomene der Cyberkriminalität wie Phishing (Passwort- und Datendiebstahl), insbesondere auch das sogenannte "Quishing", bei dem gefälschte QR-Codes zum Einsatz kommen, sowie Ransomwareangriffe. Dabei wird mithilfe von Schadprogrammen der Zugriff auf Daten und Systeme eingeschränkt oder unterbunden. Für die Freigabe wird dann ein Lösegeld verlangt.
Die bayerischen Sicherheitsbehörden wollen ihre Kooperation im Rahmen der "Cyberabwehr Bayern" auch in Zukunft weiter fortsetzen.